Mein Angebot / Schwerpunkt – Fachliche Tiefe
Kurz:
Der Ansatz: Der Offenstall und das Pferd als analoger wertfreier Partner bei Neurodivergenz (ASS & ADHS ...).
Sie sind beide wirksam (Reizregulierung, Vorhersehbarkeit, motorische Kanalisation).
Methoden: Autismustherapie (z. B. visuelle Strukturierung/TEACCH), Bauernhofpädagogik (Naturraum, haptisches Erden) und TRIK-Reitpädagogik und -Reitherapie werden konzeptionell verknüpft.
Konzeptionelle Leistungsbeschreibung
Inklusive Heilpädagogische Praxis. Therapie&Pädagogik mit dem Medium Pferd. Schwerpunkt Neurodivergenz. Inhaberin: Désirée Schmidt -freiberufliche Dipl.-Päd.-
1. Mein Ansatz & Schwerpunkt:
Fachliche Tiefe bei Neurodivergenz
Meine Arbeit rückt den Offenstall und das Pferd als analogen, wertfreien Partner bei Neurodivergenz (insb. Autismus-Spektrum-Störungen [ASS] und ADHS) in den Mittelpunkt. Sowohl das Tier als auch das naturnahe Umfeld wirken hierbei gezielt als Co-Therapeuten in den Bereichen Reizregulierung, Vorhersehbarkeit und motorische Kanalisation.
Konzeptionell verknüpfe ich hierzu drei fundierte Säulen:
*Autismustherapie:
Visuelle Strukturierung und verlässliche Alltagsrituale (orientiert am TEACCH-Ansatz).
*Bauernhofpädagogik:
Nutzung des Naturraums und handlungsorientiertes, haptisches Erden.
*TRIK-Reitpädagogik & -Reittherapie:
Ganzheitliche heil- und sonderpädagogische Förderung mit dem Pferd.
2. Mein therapeutisches Selbstverständnis
In meiner Reitpädagogik und Reittherapie geht es ausdrücklich nicht darum, reiten zu lernen. Das Pferd ist kein Sportpartner, sondern ein geduldiger Begleiter auf dem Weg zum Klienten selbst. Während im Alltag Leistung und Funktionieren im Vordergrund stehen, bietet die Begegnung mit dem Pferd einen Raum ohne Wertungen, Noten, Diagnosen oder Erwartungen. Das Pferd sieht den Menschen hinter der Fassade; es antwortet rein auf Klarheit, Ruhe und ein echtes Gegenüber. Für Kinder und Jugendliche wird das Pferd zum direkten Spiegel der eigenen Emotionen. Wer unsicher ist, erlebt, wie das Pferd Schutz sucht. Wer zu impulsiv agiert, sieht, wie das Tier auf Distanz geht. Diese unmittelbare, nonverbalere Rückmeldung hilft dabei, die eigene Selbstbeherrschung zu finden und Empathie ganz praktisch zu erleben. Es ist hochspezialisierte Beziehungsarbeit, die Fachwissen und eine klare therapeutische Haltung erfordert. Am Ende zählt nicht, wie gut jemand im Sattel sitzt, sondern wie aufrecht und selbstsicher der Klient nach der Zeit mit dem Pferd wieder auf seinen eigenen Füßen steht.
3. Strukturierter Ablauf einer Fördereinheit
Jede meiner Einheiten hat einen geheimen Plan und ist von festen Ritualen und Regeln geprägt. Die Abläufe sind offen gestaltet, während die Rahmenbedingungen absolut klar und strukturiert bleiben. Phasen von Anspannung und Entspannung wechseln sich gezielt ab:
1. Phase: Begrüßung & Orientierung (auch Einchecken in der Schleuse mit eigenen Stundenplan)
In Kontakt kommen: Begrüßung aller Beteiligten und Austausch über aktuelle Bedürfnisse. Anfangsrituale: Gemeinsames Lied, ins Stroh hüpfen, Einstellen des aktuellen Datums und Aufgreifen saisonaler Themen zur zeitlichen Orientierung.
2. Phase: Handlungsplanung
Planung: Gemeinsame Strukturierung der anstehenden Einheit. Pferdeversorgung: Futter mischen, Heu vorbereiten, Wasser auffüllen. Stallarbeit: Misten, kehren und frisch einstreuen im Rahmen der Bauernhofpädagogik. Aktivitätsauswahl: Vorbereitung der Interaktion (Bodenarbeit, Spieleauswahl oder gezieltes geführtes Schrittreiten).
3. Phase: Durchführung & Interaktion
Materialwirtschaft: Gemeinsames Holen und anschließendes geordnetes Wegräumen der Utensilien. Pferdepflege: Putzkoffer packen, passende Bürsten auswählen, anwenden und sortiert aufräumen (Schulung der Feinmotorik und Merkfähigkeit). Hauptaktivität: Durchführung des Spielaufbaus und -abbaus oder eines geführten Schrittausritts.
4. Phase: Abschied & Reflexion
Abschlussrituale: Kreative Aktivitäten oder Rollenspiele, Formulieren von Wünschen. Ordnung: Gemeinsames Aufräumen des Platzes. Dank: Bewusstes Verabschieden und Bedanken bei den Pferden zur Stärkung der Empathie.
4. Gegebenheiten und qualitative Rahmenbedingungen
Meine Co-Therapeuten (Die Pferde)
Statur: Endstockmaß von 1,35 bis 1,45 m (ideale Höhe für Kinder und Jugendliche).
Status: Vollständig haftpflichtversichert, durchgeimpft und spezifisch für die Therapie ausgebildet. Sie zeichnen sich durch ein ausgeglichenes, entspanntes Wesen aus und sind an verschiedenste Umweltreize gewöhnt.
Ausgleich: Gesunderhaltende Korrektur- und Ausgleichsarbeit durch Koppelhaltung, Ausritte, Longieren, Bodenarbeit und Freilaufen.
Haltung & Einsatz: Artgerechte Haltung im Offenstall. Der Einsatz ist streng limitiert auf maximal 3-mal pro Woche für jeweils 1 Stunde, um die mentale Frische der Tiere zu garantieren.
Der Therapieort (Naturraum) Umfeld:
Reines Outdoor-Gelände im Naturraum, bewusst ohne Strom- und Wasseranschluss, um ein haptisches Erden zu fördern. Eine Campingtoilette ist vorhanden.
Schutzräume: Eine Scheune und ein Bauwagen dienen als Witterungsschutz. Eine Feuerstelle und ein fester Sitzkreis bilden die zentralen Kommunikationsorte sowie das rote Sofa.
Spielscheune: Ausgestattet mit Lernstation mit Schreibtisch mit Themen zur Pferdewelt, Zelt als Rückzugsort, gemütlichen Sitzgelegenheiten, einem Holzpferd zum Trockenüben und einer eigenen Kreativecke.
Ausrüstung und visuelle Hilfen: Halfter, Trense, ein spezielles Therapiesitzkissen mit Halteschlaufe und eine stabile Aufstiegshilfe.
Strukturierungshilfen: Spezifische Knoten im Führstrick zur visuellen und haptischen Orientierung beim Führen. Bunte Lernzügel erleichtern die Koordination.
Individualität: Eigene, farblich und in den Formen variierende Putzkoffer und Geräte für jedes Pferd sprechen jeden Geschmack individuell an.
Unterstützte Kommunikation (UK): Umfassender Einsatz von Bildkarten und Bildunterstützung. Die gesamte Pferdewelt ist visuell dargestellt, um autistischen Klienten maximale Sicherheit und Vorhersehbarkeit zu bieten.
Sicherheit: Leihbare Reithelme in verschiedenen Größen sind standardmäßig vorhanden.
Spielelemente: Ergänzende Nutzung von bunten Tüchern, Bällen, Ringen, Würfeln und Hütchen zur Förderung von Koordination und Motorik u.v.a.
5. Rahmenbedingungen & Kostenübernahme
Meine pferdgestützte Pädagogik und Therapie konzentriert sich auf die Begleitung von Kindern und Jugendlichen als qualifizierte heilpädagogische Dienstleistung.
Bewilligung: Die Maßnahme wird in der Regel über das zuständige Jugendamt (z. B. als Eingliederungshilfe) oder von der Krankenkasse im Rahmen einer Einzelfallentscheidung bewilligt.
Ablauf: Ein Einheitenblock wird nach einem festen Förderplan in einem definierten Zeitrahmen abgeleistet.
Abrechnung: Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Jugendamt, über regelmäßige Rechnungsstellung oder über die Weiterleitung durch die Erziehungsberechtigten.
6. Meine konkreten Therapie- und Förderansätze
Geführtes Reiten (Getragensein & Schwingungsimpulse)
Das Pferd wird von mir im Schritt geführt, während der Klient auf einem speziellen Therapiesitzkissen reitet. Eine Halteschlaufe bietet Sicherheit, und der Aufstieg erfolgt barrierearm über eine stabile Aufstiegshilfe. Das Sitzkissen ermöglicht es mir, flexibel auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und die Zeit auf dem Pferderücken für Gespräche, gezielte Turnübungen oder therapeutische Spiele zu nutzen. In der Gangart Schritt wirken in der Vor- und Seitwärtsbewegung pro Minute rund 120 gesunde Schwingungsimpulse direkt auf die Senkrechte des Klienten.
Bodenarbeit & Beziehungsarbeit (Die Triade)
Die Arbeit mit und an dem Pferd vom Boden aus findet ohne Reiten statt. Sie dient dem Vertrauensaufbau, der Kommunikationsschulung und der Strukturierung von Regeln und Ritualen. Die Übungen laufen stets interaktiv ab. Die Förderung der Interaktion zwischen Mensch und Tier findet im schützenden Beziehungsdreieck – der Triade (Klient, Pferd, Therapeutin) – statt.
Bauernhofpädagogische Elemente (Handlungsorientiertes Erden)
Der Offenstall dient in meiner Arbeit als lebendiger Lern- und Erlebensort. Durch das aktive Mithelfen bei der Stallpflege, das Vorbereiten von Futter, das Kehren der Stallgasse und das bewusste Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen erfahren die Klienten echte Selbstwirksamkeit. Sie schulen ihre Alltagskompetenzen durch handlungsorientiertes Tun im Naturraum.
Autismusspezifische Förderung & Reizregulierung
Durch klare Strukturen, visuelle Hilfen und feste Rituale biete ich Menschen im Autismus-Spektrum einen geschützten Raum. Das Pferd agiert als sozialer Katalysator. Es hilft dabei, sensorische Reize sauber zu strukturieren, die Eigenwahrnehmung zu stärken und emotionale Overloads (Reizüberflutungen) im Stallalltag effektiv abzubauen.
Sensorische Stimulation & Wahrnehmungsförderung
Über den direkten Haut- und Fellkontakt beim Streicheln, Putzen und Versorgen des Tieres sowie durch die dreidimensionale Bewegung auf dem Pferderücken wird das Nervensystem ganzheitlich angesprochen und die positive Körperwahrnehmung reaktiviert.
Kommunikationstraining & Körpersprache
Gemeinsam beobachten ich und der Klient die feine Körpersprache des Pferdes. Als Therapeutin übersetze ich die Reaktionen des Tieres für den Klienten. Dieses unmittelbare Feedback schult die eigene Wirkung, verbessert die Kommunikationskompetenz und stärkt die zwischenmenschlichen Fähigkeiten.
Körperliche Übungen & Koordination
Sowohl im Sattel als auch bei den handwerklichen Aufgaben im Stallbereich werden von mir gezielt körperliche Fähigkeiten trainiert. Meine Einheiten verbessern spielerisch das Gleichgewicht, die Koordination, den Muskelaufbau und die allgemeine Körperhaltung.
In meiner Reitpädagogik und Reittherapie geht es um die heil- und sonderpädagogische Förderung mit dem Pferd.
Diese Form der pferdegestützten Pädagogik/Therapie konzentriert sich auf die Begleitung von Kindern und Jugendlichen als heilpädagogische Dienstleistung die durch das Jugendamt oder von der Krankenkasse als Einzelfallentscheidung bewilligt wird. Ein Einheitenblock wird nach einem Plan in einer bestimmten Zeit abgeleistet. Ich rechne i.d.R. selbst mit dem Jugendamt ab oder stelle in gewissen Abständen eine Rechnung oder die Eltern leiten diese weiter.
In der Reitpädagogik und Reittherapie geht es nicht darum, auf dem Pferd zu sitzen, zu reiten oder reiten zu lernen. Das Pferd ist hier kein Sportpartner, sondern ein geduldiger Begleiter auf dem Weg zu sich selbst. Während im Alltag oft Leistung und Funktionieren im Vordergrund stehen, bietet die Begegnung mit dem Pferd einen Raum, in dem es keine Wertungen, Noten, keine Diagnosen und keine Erwartungen gibt. Das Pferd sieht den Menschen hinter der Fassade und reagiert auf das, was im Inneren wirklich los ist.
Ein Pferd lässt sich nicht durch Worte beeindrucken oder durch Druck manipulieren. Es antwortet auf Klarheit, auf Ruhe und auf ein echtes Gegenüber. Genau hier setzt die Therapie an. Wer mit dem Pferd arbeitet, lernt seine eigene Wirkung kennen. Es ist eine Form der Kommunikation, die ganz ohne Sprache auskommt und deshalb oft tiefer reicht als jedes Gespräch.
Für die Kinder wird das Pferd zum Spiegel der eigenen Emotionen. Wer unsicher ist, erlebt, wie das Pferd Schutz sucht. Wer zu impulsiv ist, sieht, wie das Tier auf Distanz geht. Diese unmittelbare Rückmeldung hilft dabei, die eigene Selbstbeherrschung zu finden und Empathie ganz praktisch zu erleben.
Es geht darum, Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen und dabei gleichzeitig zu spüren, wie das eigene Handeln die Welt um einen herum verändert.
Die tragende Bewegung des Pferdes schenkt dabei ein tiefes Gefühl von Geborgenheit. Sie hilft dabei, den eigenen Körper wieder positiv wahrzunehmen und zur Ruhe zu kommen, wenn der Kopf zu laut wird. In dieser sicheren Beziehung wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Man lernt, mit Widerständen umzugehen und kleine Siege über die eigenen Ängste zu feiern, ohne dass der Leistungsgedanke den Fortschritt bremst.
Reittherapie und Reitpädagogik ist deshalb weit mehr als ein nettes Freizeitangebot im Stall. Es ist hochspezialisierte Beziehungsarbeit, die Fachwissen und eine klare therapeutische Haltung erfordert. Es geht darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihre innere Balance wiederzufinden und gestärkt in den Alltag zurückzukehren.
Denn am Ende zählt nicht, wie gut jemand im Sattel sitzt, sondern wie aufrecht und selbstsicher er nach der Zeit mit dem Pferd wieder fest auf seinen eigenen Füßen steht.
Ich führe folgende Therapieansätze durch:
Geführtes Reiten
Das Pferd wird von mir im Schritt geführt, während der Klient reitet. Das Pferd trägt ein Sitzkissen. Zum Festhalten dient eine Schlaufe. Aufgestiegen wird durch eine Erhöhung durch Paletten. Er sitzt auf diesem Sitzkissen, welches ermöglicht, auf die individuellen Bedürfnisse des Klienten einzugehen und verschiedene Übungen (Gespräche, Turnübungen, Spiele) durchzuführen.
In der Gangart Schritt wirken übertragen 120 Schwingungsimpulse auf die Senkrechte in der Vor- und Seitwärtsbewegung gesundmachend.
Bodenarbeit
Die Arbeit mit und an dem Pferd vom Boden aus, ohne zu reiten, ist dazu da, um Vertrauen aufzubauen, die Kommunikation zu verbessern und verschiedene Fähigkeiten zu schulen. Dazu zählt Pferde- und Stallpflege, Versorgung des Tieres. Schulung der Grob- und Feinmotorik, Merkfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit, Regeln und Rituale.
Die Übungen sind immer interaktiv vom Boden als auch vom Pferd aus. Förderung der Interaktion zwischen Mensch und Tier finden im Beziehungsdreieck, der Triade, statt.
Dies dient der Verbesserung der Koordination, des Gleichgewichts und der sozialen Fähigkeiten.
Sensorische Stimulation/ Wahrnehmungsförderung
Wird angeregt durch den Kontakt zum Pferd, das Streicheln und Pflegen des Tieres, sowie die Bewegung auf dem Pferd.
Kommunikationstraining
Wir kommunizieren mit dem Pferd, beobachten seine Körpersprache und ich übersetze Reaktionen. Dies dient der Verbesserung eigener Kommunikation und zwischenmenschlicher Fähigkeiten.
Körperliche Übungen
Sowohl beim Reiten als auch bei Übungen an dem Pferd werden gezielt körperliche Fähigkeiten wie Gleichgewicht, Koordination, Muskelaufbau und Haltung geschult.
Bauernhofpädagogische Elemente
Der Offenstall dient uns als lebendiger Lern- und Erlebensort. Durch das aktive Mithelfen bei der Stallpflege, das Vorbereiten von Futter, das Kehren der Stallgasse und das Erleben der jahreszeitlichen Rhythmen im Stallbereich erfahren die Klienten echte Selbstwirksamkeit und schulen ihre Alltagskompetenzen durch handlungsorientiertes Tun.
Autismusspezifische Förderung
Durch klare Strukturen, feste Rituale und die nonverbale, wertfreie Kommunikation des Pferdes biete ich Menschen im Autismusspektrum einen geschützten Raum. Das Pferd agiert als sozialer Katalysator und hilft dabei, Reize zu strukturieren, die Eigenwahrnehmung zu stärken und emotionale Overloads abzubauen.
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